Das war bitter aus TSV-Sicht: Bis zur 87. Spielminute lag Künzell mit 1:0 in Führung, doch dann flog den Hausherren ein Ballverlust in der gegnerischen Hälfte um die Ohren. Freiensteinau spielte es schnell und clever über den Flügel, der wegen des zu weit aufgerückten Außenverteidigers völlig frei war und am Ende verwerte Marius Sinner die scharfe Hereingabe mit dem ersten Kontakt zum Ausgleich. „Das war ein Kardinalfehler in der Restverteidigung, der nicht passieren darf“, ärgerte sich Künzells Trainer Jochen Maikranz über den späten Ausgleich, der sich aber im Laufe der zweiten Halbzeit angedeutet hatte und damit nicht ganz unverdient war. „Freiensteinau hat in der zweiten Halbzeit mehr investiert und mehr riskiert. Sie haben die Kontrolle erlangt und hatten einige gefährliche Aktionen“, erklärte Maikranz, dessen Team es verpasste seine zahlreichen Kontersituationen ruhiger auszuspielen und damit den zweiten Treffer nachzulegen. Mit dem einsetzenden Regen entwickelte sich auf dem nassen Platz im zweiten Durchgang ein Spiel auf des Messers Schneide, am Ende musste Künzell bei zwei Standardsituationen in den letzten Augenblicken des Spiels sogar aufpassen, nicht sogar noch als Verlierer vom Platz zu gehen.
In der ersten Hälfte sahen die Zuschauer noch ein deutlich ruhigeres Spiel. Künzell hatte zwar ganz leichte Vorteile, Torchancen waren aber auf beiden Seiten Mangelware. Kurz vor dem Pausenpfiff nutzte Künzells Adrian Waldmann eine der ganz wenigen Gelegenheiten, als er nach einer Ecke am höchsten stieg und zum 1:0 einköpfte. Für erfreuliche Randnotizen sorgten auf Künzeller Seite zudem Valentin Bullemer, dem TSV nach seinem Urlaub wieder zur Verfügung steht, allerdings mit einer Platzwunde vom Platz musste, und Munir Tekleyes, der erstmals seit über einem Jahr wieder für den TSV auflief.
Künzell: Ditzel; Heinze, Waldmann, Parzeller, Körner, Diegelmann, Bullemer, Münzenberg, Huder, Kretsch, Winkow (Tekleyes, Naumoski, Paul)
Tore: 1:0 Adrian Waldmann (45.), 1:1 Marius Sinner (87.)
Zuschauer: 120
