Seit nun sechs Jahren gibt es die Jellyfish-Farm von Alexander Dressel. Seitdem hat er es nicht nur geschafft, die größte Quallenzucht Europas aufzubauen, sondern verdiene auch so gut, um davon leben zu können, berichtet er stolz. Mit dem Umzug in größere Räumlichkeiten kommen auch neue Ideen. „Es gab ständig Anfragen von Gruppen, Familien, Kindergärten oder Schulen, ob die sich das anschauen dürfen“, erzählt Dressel. Und so kam die Idee, den Platz, der für die Zucht allemal ausreicht, daneben noch in eine Art Museum zu verwandeln. Jedoch liege der Fokus weiter erstmal auf der Zucht und dem restlichen Umzug.
„Wir züchten die Tiere, um sie danach an Zoos, Schau-Aquarien und wissenschaftliche Institute zu verkaufen“, sagt der Quallenzüchter. Noch diese Woche werden verschiedene Quallen nach Dubai, in die USA oder nach Dänemark und viele andere Länder verkauft. Dabei gehören Zoos, andere Züchter oder sogar Hotels zu den Kunden von Dressel, die hunderte Tiere abnehmen würden. Wie viele Arten Dressel besitze, könne er schwer sagen. „Polypen sind es ungefähr 30 Arten und Medusen würde ich jetzt mal schätzen 15 bis 20“.
Auf fünf Zuchttischen, die jeweils mit einer Anlage mit Filtertechnik ausgestattet sind, in der Salzgehalt und Temperatur für die jeweiligen Arten geregelt werden können, werden die Lebewesen von Larven, die wenige Millimeter groß sind, großgezogen. Von dort aus werden sie dann in die größeren Anlagen gesetzt, um dort weiter wachsen zu können. In mehreren Anlagen werden die verschiedenen Arten dann gehalten und gezüchtet. In zwei Isolierräumen, einem warmen und einem kalten, werden die Polypen gezogen.
Komplikationen gab es bei dem Umzug keine, jedoch musste erst mal nach dem Wasser geschaut werden, ob es den Tieren schaden würde. Das betreffe zum Beispiel Kupferrohre. „Wir sind froh, dass das Wasser wunderbar passt“, sagt Dressel. Bei dem Umzug wurde zuerst die eine Hälfte der Aquarien in die neue Halle gebracht, wo provisorisch Filter eingebaut wurden, und erst dann wurden die ersten Tiere umgesiedelt, bevor die restlichen Anlagen geholt werden konnten. Das Wasser werde immer komplett gereinigt, bevor die nötigen Salze hinzugefügt werden, wie Dressel erklär. Fertig sei der Umbau aber noch nicht. „Es kommt noch ein Schaltschrank und darauf eine Überwachungstechnik, die die Wasserparameter kontinuierlich prüfen kann“, sagt der Züchter. Aber auch ein KI-basiertes System soll noch installiert werden, das Verhalten und Fortschritte der Quallen überwacht. „Das ist gut für uns und auch für die Wissenschaft, dass wir mal Wachstumsprognosen machen können und unterschiedliches Futter testen. Dann sehen wir, ob sie gut wachsen“, erklärt Dressel.
Während die Zucht wieder im vollen Gange ist, wird sich die Eröffnung des Museums noch eine Weile hinziehen. Die Planungen dafür sind noch nicht ins Detail beendet, eine grobe Idee habe der Züchter aber schon. Auch der Umzug sei erst Ende September komplett fertig. Für das Museum und die Schauaquarien muss nun überlegt werden, welche Tiere infrage kommen, welche Becken mit welchen Temperaturen, und wie hoch sich die Investitionen belaufen. „Ich gehe mal davon, dass die Bauzeit und Planungszeit realistisch zehn bis zwölf Monate dauern wird“, sagt Dressel.
