„Das war natürlich extrem wichtig für den Kopf“, bilanzierte Maikranz nach dem unter dem Strich verdienten Sieg gegen die Borussen. Den Grundstein für den achten Sieg im 13. Saisonspiel legte der TSV bereits im ersten Durchgang – gerade einmal vier Minuten waren gespielt, als Nikola Naumoski einen Ball von Sebastian Körner verlängerte und Valentin Münzenberg fand, der vor dem Tor leichtes Spiel hatte und per Kopf die frühe Führung erzielte. Jener Körner, der am Eiterfelder Hain zur Pause noch angeschlagen in der Kabine bleiben musste, war es auch, der die Gastgeber auf die Siegerstraße brachte: Nach einem Steckpass von Julian Parzeller blieb der 28-Jährige eiskalt vor dem Tor und stellte nach etwas mehr als 20 Minuten mit dem ersten Kontakt auf 2:0 (22.).
Die vermeintliche Vorentscheidung war das aber nur deshalb, weil die Borussen in Person von Marcel Mosch zuvor die große Chance auf den Ausgleich vergaben: Nach einer Flanke auf den zweiten Pfosten nahm der Spielertrainer den Ball direkt mit der Innenseite und visierte die kurze Ecke an, Leo Schramm im Künzeller Tor war aber auf seinem Posten. „Das war eine hochsensible Situation und hatte in jedem Fall Einfluss auf das Endergebnis“, betonte Maikranz: „Wenn da das 1:1 fällt, entwickelt sich ein ganz anderes Spiel.“ Für Ersatzkeeper Schramm war es indes der erste Startelfeinsatz in dieser Saison – neben Marcel Huder und Sebastian Körner musste auch Maikranz‘ etatmäßige Nummer eins Andre Ditzel am Eiterfelder Hain verletzt ausgewechselt werden. Die Künzeller warten zwar noch auf die finale Diagnose nach Untersuchung durch einen Spezialisten am Montag, befürchten aber Schlimmstes: „Der Termin steht zwar noch aus, es besteht aber der Verdacht auf Kreuzbandriss“, bedauerte Maikranz.
Der TSV-Coach war mit dem Auftritt gegen den Aufsteiger insgesamt zufrieden, lediglich dass es sein Team verpasste, noch vor der Pause endgültig den Deckel drauf zu machen, missfiel Maikranz – so blieb die Partie mehr oder weniger offen und die Gäste hätten das Spiel mit einem einzigen Treffer nochmal scharf stellen können. Allen voran Borussias Spielertrainer Mosch arbeitete mit Hochdruck am Anschluss, Künzell verteidigte im Gesamtverbund jedoch höchst diszipliniert und ließ auch in Halbzeit zwei kaum eine Großchance der Fuldaer zu. „Sie haben um den Strafraum herum großen Druck aufgebaut, wir haben uns aber mit großer Leidenschaft, Disziplin und Engagement dagegen gestemmt. Glücklicherweise kam der Gegner dadurch nur zu sehr wenigen größeren Gelegenheiten“, lobte Jochen Maikranz sein Team – aber auch Gegenüber Mosch: „Er war der beste Fußballer am Platz, hat das Spiel angetrieben, getragen, Chancen kreiert und auch selbst den Abschluss gesucht. Vom Niveau her agiert er wahrscheinlich zwischen Hessen- und Regionalliga. Ihn kannst du in manchen Situation eben nicht immer ausschalten, teilweise haben wir auch davon profitiert, dass die Abschlüsse dann nicht aufs Tor kamen. Insgesamt haben wir das aber auch gut gemacht.“
Künzell: Schramm; Tekleyes, Waldmann, Parzeller, Körner, Diegelmann, Münzenberg, Heinze, Kretsch, Naumoski, Wolff
Tore: 1:0 Valentin Münzenberg (5.), 2:0 Sebastian Körner (24.)
Zuschauer: 200
Gelb-Rote Karte: Gökhan Aydogan (Borussia Fulda, 59.)
