„Aufgrund der Anzahl an Torchancen war das auf jeden Fall verdient, gegen einen sehr spielstarken Gegner, die auch ein paar Spieler von oben mit dabei hatten“, befand Maikranz nach dem insgesamt zehnten Saisonsieg im 15. Spiel. Die Gäste aus dem Main-Kinzig-Kreis hatten in Nico Damm, Ilir und Art Memeti sowie dem Japaner Kensei Fujinaga tatsächlich einige Akteure mit Verbandsliga-Erfahrung in der Startelf, im ersten Durchgang allerdings kaum Zugriff – was vor allem mit der Künzeller Leistung selbst zu tun hatte. Die Spielstärke der Sodener Reserve blitzte ein ums andere Mal auf, die TSV-Verteidigung hatte „alle Hände voll zu tun“, wie Maikranz erklärte: „Aber wir haben das hinten sehr aufmerksam und gut organisiert verteidigt.“
Doch nicht nur das, auch nach vorne lief es für den TSV. Schon der erste Treffer war herausragend gespielt: Julian Parzeller nahm Sebastian Körner auf dem Flügel mit, dessen scharfe Hereingabe Louis Winkow im Rutschen über die Linie beförderte (27.). Nur acht Minuten später legte Nikola Naumoski den zweiten Treffer nach und brachte seine Farben so auf die Siegerstraße. Von den Gästen kam vor der Pause zu wenig – die Maikranz-Elf verpasste es allerdings, frühzeitig den Deckel drauf zu machen. „In dieser Phase müssen wir uns ankreiden, dass wir nicht nachgelegt haben“, konstatierte Maikranz: „Da hat uns ein bisschen der Killerinstinkt und die Gradlinigkeit in den Aktionen gefehlt.“ Durch den Anschlusstreffer von Art Memeti wenige Minuten nach dem Seitenwechsel machte Soden das Spiel nochmal scharf, ehe Naumoski mit seinem zweiten Treffer des Tages sämtliche Restzweifel am Heimsieg der Künzeller beseitigte.
„Wir haben den Sodener Treffer mit einem gefühlten Eigentor selbst vorgelegt, dadurch wurde das Spiel nochmal heiß“, haderte Maikranz. In der betreffenden Szene machte auch Keeper Leo Schramm nicht die allerbeste Figur, im Anschluss konnte sich die Vertretung des verletzten Stammkeepers André Ditzel aber gleich doppelt auszeichnen. „Als das Spiel auf der Kippe stand, hat er zwei Mal stark pariert“, lobte der Künzeller Coach seinen Ersatzkeeper.
Die Gäste stellten nach dem dritten Künzeller Treffer vom Elfmeterpunkt auf eine Dreierkette um und warfen nochmal alles nach vorne, der TSV fokussierte sich wieder auf das disziplinierte Verteidigen – und machte seine Sache wie schon in Durchgang eins gegen den Ball äußerst ordentlich. „Es war phasenweise ein hochklassiges Gruppenligaspiel gegen eine hochklassige Bad Sodener Mannschaft“, bilanzierte Jochen Maikranz abschließend und lobte nicht nur den Gegner: „Als Team haben wir das in vielen Phasen sehr gut gelöst. Generell ist die Stimmung sehr gut im Team, jeder steht für den anderen ein, jeder hat sich reingehauen und ist bereit, alles für die Mannschaft zu tun – und das ist die Basis für den Erfolg. Deswegen ein großes Kompliment an die Jungs.“
Künzell: Schramm; Kraus, Heinze, Parzeller, Körner, Diegelmann, Bullemer, Kretsch, Naumoski, Wolff, Winkow (Münzenberg, Huder, Waldmann, Paul)
Tore: 1:0 Louis Winkow (27.), 2:0 Nikola Naumoski (35.), 2:1 Art Memeti (51.), 3:1 Nikola Naumoski (74., Foulelfmeter)
Zuschauer: 130
