Der TSV Künzell geht als Tabellenzweiter in den Spieltag und hat stolze sechs Zähler Vorsprung auf Verfolger Huttengrund. Alle direkten Konkurrenten – Huttengrund, Niederaula, Lütter – konnte der TSV zuhause schlagen, verlor dagegen aber in Sickels. Nun wartet in Eiterfeld die nächste „Reifeprüfung“, wie es Trainer Jochen Maikranz formuliert: „Sie haben ein paar Jahre Verbandsliga-Erfahrung, einen Kader mit jungen, talentierten Spielern, die immer wieder aus der Jugend kommen, garniert mit Leuten wie Steven Rakk, die Erfahrung und Klasse haben“. Mit der JSG Eitratal hat die SGEL einen Unterbau, der Osthessen überregional stark vertritt – ebenso wie die Künzeller in den vergangenen Jahren auch auf soliden Nachwuchs bauen konnten.
Maikranz‘ Künzeller liegen tabellarisch aktuell dort, wo viele die Eiterfelder vor Saisonstart gesehen hatten – entsprechend wollen die Gäste auch am Hain ihre Chance suchen: „Sie haben es nicht immer hinbekommen, ihre Qualitäten in Ergebnisse umzumünzen. Das ist natürlich auch ein Ansatz für uns“. Für seine Erfolge musste der TSV aber jüngst viel investieren – das 2:1 in Hofbieber war harte Arbeit gepaart mit dem Glück des Tüchtigen, und beim 4:2 gegen Huttengrund hatte Künzell zuletzt auch einen „richtig guten Gegner mit viel Potenzial“ gegenüberstehen, so Maikranz: „Wir mussten viel Arbeit verrichten, haben dann aber auch unsere Klasse erkennen lassen, in Sachen Struktur, Strategie und Organisation“. Die Saison sei noch lang, und Maikranz sieht den kommenden Gegner nach und nach weiter oben: „Ich erwarte, dass sich Eiterfeld weiter akklimatisiert und Ambitionen nach oben erkennen lässt“. Die Künzeller wiederum wollen trotz Tabellenplatz zwei noch nicht über den Tellerrand hinausschauen, betont der Trainer: „Das ist für uns völlig uninteressant. Wir haben vollen Fokus auf die nächste Aufgabe, und dass es gerade so gut läuft, sollte Motivation für alle sein, dranzubleiben“. Das Duell in Eiterfeld ist für die Maikranz-Elf das einzige Auswärtsspiel im gesamten Oktober – danach folgt eine Heim-Serie, unter anderem mit dem nun terminierten Hessenpokal-Spiel am 14. Oktober (20 Uhr) am Noppen gegen Rot-Weiß Darmstadt.
Die SGEL hat sich nach dem Abstieg und den Niederlagen zu Saisonbeginn gefangen und ist seit acht Spielen ungeschlagen. Torreiche Spiele wie in Dittlofrod oder das verrückte 4:3 in Eckweisbach, waren ebenso dabei, wie 0:0-Spiele gegen Soden II oder Schlüchtern. „Natürlich ärgern uns die Punktverluste, gegen Schlüchtern haben wir viele Hundertprozentige liegengelassen“, sagt Trainer Simon Schilling, der zuletzt wiederum mit dem 2:2 in Hofbieber leben musste, „weil das keine gute Leistung von uns selbst war“. Nun gelte es, besonders wenn das Oktoberfest am Samstag nach dem Spiel steigt, ein entsprechendes Ergebnis zu liefern. „Zuhause haben wir erst fünf Punkte in fünf Spielen geholt, damit sind wir natürlich nicht zufrieden“, betont Schilling: „Es muss wieder mal ein Dreier her, auch wenn wir dranbleiben wollen. Aber generell wollen wir auch für den Verein und unsere Fans gewinnen – sie haben im Sommer mit der Bewässerungsanlage am Platz viel möglich gemacht und mitgeholfen“. Dass es gegen offensivstarke Künzeller aber schwierig wird, verschweigt Schilling nicht, der ebenso wie die Langzeitverletzten noch nicht wieder zur Verfügung steht. Hoffnung gebe es hingegen bei Ruben Köller und Benjamin Kümmel, die es im Training zumindest versuchen wollen.
