Die Entscheidung fiel am Tag nach der deutlichen 0:7-Niederlage gegen den Tabellenzweiten Kickers Offenbach. Gianni Leonangeli aus der Führungsebene von Pilgerzell bestätigte den Schritt, betonte jedoch: „Das Ergebnis gegen Offenbach war nicht ausschlaggebend.“ Vielmehr sei die Serie von vier sieglosen Spielen, aus denen die Mannschaft lediglich drei Punkte holte, entscheidend gewesen. „Wir haben nicht die Leistungen gebracht, die wir erwartet haben“, so Leonangeli weiter. Vor dem direkten Rückspiel gegen Offenbach am Freitagabend erhofft sich der Verein durch den Wechsel neue Impulse, um das Ziel Meisterschaft zu erreichen. Die Entscheidung sei im Konsens zwischen Pilgerzell und der Barockstadt gefallen.
Interimscoach Christoph Schulte kennt das Team als Vater einer Spielerin bereits gut und wird von einem weiteren Vater unterstützt. Laut Leonangeli habe die Mannschaft die Nachricht gut aufgenommen, was die hohe Beteiligung beim ersten Training unter Schulte unterstrichen habe. Zudem stellte er klar, dass vorliegende persönliche Differenzen zwischen ihm und Rausch kein Grund für das Aus gewesen seien.
Nico Rausch selbst zeigte sich tief getroffen: „Ich bin extrem enttäuscht und traurig über die Entscheidung.“ Er sieht die Gründe weniger im sportlichen Bereich, als vielmehr auf der zwischenmenschlichen Ebene. „Gianni Leonangeli wollte mich schon die ganze Zeit weghaben“, so der Ex-Trainer. So habe es in diversen Szenarien Aneckpunkte zwischen Rausch und den Verantwortlichen von Pilgerzell gegeben. Während Rausch der SG Barockstadt keinerlei Vorwürfe macht und der SGB immer faire Gespräche attestierte, macht er aus seinem persönlichen Schmerz keinen Hehl. Dennoch drückt er dem Team weiterhin die Daumen und will das Spiel am Freitag wahrscheinlich sogar live vor Ort verfolgen, auch wenn ihm im Moment „zum Heulen zu Mute“ sei.
