„Es läuft sehr gut, wir sind wirklich zufrieden“, sagte Ute Hohmann vom Vorstandsteam des Rhönklubs Künzell. Besonders freue man sich darüber, dass sich der Besucherandrang im Vergleich zu früheren Jahren besser verteilt habe. „Früher war es manchmal geballt, heute verteilt es sich richtig schön. Die Leute nehmen das Angebot sehr gut an.“ Das Backhausfest findet mittlerweile zweimal im Jahr statt – im Frühjahr und im Herbst. „Wir machen das bewusst zweimal jährlich, weil die Nachfrage einfach da ist“, erklärte Hohmann. Der Grund sei schnell erklärt: „Die Leute lieben unseren Ploatz.“
Der sogenannte „Ploatz“ ist eine regionale Spezialität aus der Rhön – ein herzhafter, flacher Blechkuchen aus Teig, belegt mit Zwiebeln, Schmand und Speck. „Man könnte sagen, es ist wie ein Zwiebelkuchen, nur eben als flache Variante“, so Hohmann. In der Region ist er daher auch als „Zwibbelsploatz“ bekannt und längst fester Bestandteil der Backhaus-Tradition. Neben dem Ploatz sorgte vor allem ein weiteres Highlight für große Nachfrage: ofenfrische Haxen aus dem Backhaus. Diese waren teilweise vorbestellt, wurden aber auch direkt vor Ort noch ausgegeben. Am Abend kamen sie knusprig, deftig und heiß begehrt aus dem Ofen. Auch süße Varianten wie Blechkuchen und die traditionelle Maibowle rundeten das kulinarische Angebot ab. Alles wird dabei noch mit viel Handarbeit und nach alter Tradition im Backhaus zubereitet.
Neben dem kulinarischen Angebot steht beim Backhausfest vor allem die Gemeinschaft im Mittelpunkt. Besucher nutzten die Gelegenheit zum Austausch, blieben bei Kaffee und Kuchen sitzen oder beobachteten das Geschehen rund um den historischen Backofen. Ein wichtiger Punkt wurde in diesem Jahr zusätzlich hervorgehoben: der soziale Gedanke des Festes. Der Rhönklub Künzell hatte im vergangenen Jahr sein 75-jähriges Bestehen gefeiert und zu diesem Anlass eine Vereinschronik erstellt. Aus deren Erlös wurden nun im Rahmen des Backhausfestes Spenden an verschiedene Organisationen weitergegeben. Insgesamt kamen dabei rund 500 Euro pro unterstütztem Zweck zusammen. Gefördert wurden die Lebenshilfe Fulda, von der Corina Sujer im Zuge des Fests den Scheck in Empfang nahm, sowie an das Kinder- und Jugendhospiz „Kleine Helden“, das den Scheck in den kommenden Tagen erhält.
Am Ende des Tages zeigte sich einmal mehr: Das Backhausfest in Künzell ist weit mehr als ein kulinarisches Ereignis – es ist ein Treffpunkt für die Region, ein Stück gelebte Heimat und ein Fest, das Tradition und Gemeinschaft verbindet.
