Lokales 19.03.2026

Kommunalwahl: CDU trotz Mehrheit nicht „mit Kopf durch die Wand“

Künzell (pk) – Die CDU in Künzell hat wieder die absolute Mehrheit erlangt. In der vergangenen Wahlperiode war dies nicht der Fall, es entstand damals jedoch keine Koalition. Stattdessen diskutierten die Parteien die anfallenden Themen sachlich und einigten sich konstruktiv. Die Hoffnung der Oppositionsparteien liegt nun darin, dass dieser Stil zukünftig ähnlich sein wird.

Screenshots: wahlen.votemanager.de/

Die CDU hat um über vier Prozent zugelegt, die magische Grenze überschritten und exakt 50,92 Prozent der Stimmen bei der Wahl zur Gemeindevertretung erreicht. Damit stellt die Partei künftig 19 Abgeordnete, was einem Zuwachs von zwei Sitzen entspricht. Manuel Malkmus, Spitzenkandidat der CDU in Künzell, zeigt sich darüber sehr erfreut. „Man merkt, dass sich unsere Mühen ausgezahlt haben“, erklärt er. Malkmus hebt vor allem den Zusammenhalt innerhalb der Partei hervor, der maßgeblich zu diesem Erfolg beigetragen habe, mit dem in dieser Deutlichkeit nicht unbedingt zu rechnen gewesen sei. Nun stehe im Vordergrund, „Politik für die Bürger in Künzell“ zu gestalten. Trotz der absoluten Mehrheit seien keine Alleingänge geplant. „Wir möchten nicht mit dem Kopf durch die Wand“, so der Spitzenkandidat.

Die Grünen, vertreten durch Holle Ruppel, zeigen sich zufrieden über das Wahlergebnis von 14,04 Prozent. Dennoch besetzt die Partei damit einen Sitz weniger als in der vergangenen Periode. „Das mit dem einen verlorenen Sitz ist natürlich schade“, so Ruppel, für den der Wahlausgang nicht überraschend kam. Mit Blick auf die Rolle als Oppositionspartei hoffe er auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit, in den vergangenen Jahren sei dies auch ohne feste Koalition gut möglich gewesen. „Wir haben immer für die Menschen in Künzell entschieden“, betont Ruppel. Es bleibe zu hoffen, dass dieser Weg auch trotz der neuen Mehrheitsverhältnisse weitergeführt werden kann.

Auch im Lager der SPD herrscht Einvernehmen mit dem Wahlausgang. „Grundsätzlich sind wir zufrieden“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Dieter Lachnit. Die Partei hat mit 10,66 Prozent fast exakt dasselbe Ergebnis wie in der vorherigen Wahlperiode erzielt. Erwartungen an Wahlergebnisse habe er sich schon lange abgewöhnt, da diese vor allem bei Kommunalwahlen kaum vorhersehbar seien. Hinsichtlich der künftigen politischen Lage hoffe er nicht, dass sich nun etwas gravierend ändert. Die Parteien seien zwar nicht immer einer Meinung gewesen, hätten aber stets tragfähige Kompromisse gefunden. „Die Gemeinde ist damit nicht schlecht gefahren“, betont Lachnit.

Die CWE hält mit einem Ergebnis von 18,96 Prozent weiterhin ihre sieben Sitze im Gemeindeparlament. Auch die FDP bleibt stabil in Künzell vertreten und behält ihre zwei Sitze, die durch ein Wahlergebnis von 5,42 Prozent gesichert wurden.

Insgesamt lag die Wahlbeteiligung bei 58,89 Prozent. Die beste Wahlbeteiligung für die Gemeindevertretung erreichte Engelhelms mit 64,73 Prozent, gefolgt von Dirlos und Pilgerzell mit knapp über 60. Zwar fiel die CDU in Pilgerzell ab (35,79 Prozent), holte in allen anderen Bezirken aber über 50 Prozent, mit dem besten Ergebnis in Keulos (69,19 Prozent). Die SPD war in Künzell-Bachrain mit rund 14 Prozent am stärksten, die Grünen in Wissels (16,87), die FDP ebenfalls in Wissels 9,85) und die CWE in Pilgerzell (38,44).