Lokales 19.06.2026

Nahversorgungszentrum Pilgerzell soll aufgewertet werden

Künzell (sk) – Es wird noch einige Zeit dauern, aber grundsätzlich hat sich die Künzeller Gemeindevertretung in Künzell dafür ausgesprochen, sowohl den Aldi- als auch Rewe-Markt am Ortseingang Künzell-Pilgerzell im Rahmen eines Gesamtkonzepts erneuern. Dazu kommt am bisherigen Standort direkt am neuen Kreisel ein dm-Drogeriefachmarkt. Einzig der Logo-Getränkemarkt bleibt so bestehen, wie er ist.

Foto: Stefan Krug

Die jetzt beschlossene Bauleitplanung ist erst der Beginn des Planungsprozesses – bis mit den Bauarbeiten begonnen wird, könnte es noch zwei Jahre dauern. Die bisher außer Aldi und Logo noch betriebenen Läden und Gaststätten müssten sich dann einen anderen Standort suchen, wo sich vielleicht der bisherige Rewe-Standort auf der anderen Straßenseite anbieten würde. In einem weiteren Beschluss hat die Gemeindevertretung für den Standort Am Frankengrund, nach Wegzug von Rewe, Lebensmittel- und weiteren sogenannten zentrenrelevanten Einzelhandel ausgeschlossen. Die Ärzte aus dem Praxisteam Pilgerzell und die Biligrim-Apotheke werden nach Fertigstellung des Seniorenzentrums auf der gegenüberliegenden Straßenseite, wie schon länger geplant, umziehen.

Bis auf eine Stimme erfolgte der Beschluss dazu einstimmig. Diese kam vom SPD-Fraktionsvorsitzenden Dieter Lachnit, dessen Argumentation aber auch die SPD-Fraktion nicht folgte. Lachnit stimmte in der Diskussion durchaus zu, dass einige Gebäude, wie auch das Aldi nicht dem heutigen Stand entsprechen würden und sanierungsbedürftig wären. Er sah allerdings einen Verdrängungswettbewerb zu Lasten der neuen Ortsmitte in Künzell – hier speziell des Edeka-Marktes, obwohl dieser von einem Planungsbüro im Rahmen einer Verträglichkeitsanalyse verneint wurde. Dazu Lachnit: „Mir persönlich ist die Erweiterungsfläche zu groß. Je nach Berechnung sind das zehn bis 15 Prozent bei einer jetzigen Gesamtverkaufsfläche von rund 8000 Quadratmetern. Deswegen wird es eine wirtschaftliche Verteilung zu Lasten der Ortsmitte geben, egal was das Planungsbüro schreibt.“ Er bezweifelte auch einen Nutzen des Drogeriemarktes für die Gemeindefinanzen: „Das Geld aus der Drogerie landet nicht bei der Gemeinde, sondern am Sitz des Unternehmens.“ Aufgrund der besonderen Lage von Künzell sei eine Drogerie dort auch nicht so notwendig wie in anderen Gemeinden – Lachnit verwies darauf, dass auch er selbst genauso schnell in der Stadtmitte wäre, wie in den Märkten bei Pilgerzell.

Gänzlich anders sah dies Philipp Kratzer (FDP), der in der geplanten Ausweitung eine „Erweiterung und Verbesserung des Angebots“ sieht. Die Gemeindevertretung solle auch nicht versuchen, die Gewinnchancen von Unternehmen zu diskutieren: „Vorhersagen der Politik haben sich da stets als falsch erwiesen. Millionen von Subventionen wurden deshalb schon versenkt. Überlassen wir das den Unternehmern. Sie gehen das Risko ein. Ich wünsche mir, auch für die Kunden, in erster Linie fairen Wettbewerb.“

Weitere Tagesordnungspunkte wurden einstimmig beschlossen. Am 20. Juni nächsten Jahres endet die zweite Amtszeit von Bürgermeister Timo Zentgraf. Als Wahltermin für die nächste Wahl wurde der 28. Februar 2027 beschlossen, eine eventuelle Stichwahl würde am 21 März stattfinden. Die letzte Verwaltungsaußenstelle der Gemeinde in Dietershausen wird Ende dieses Monats geschlossen. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben konnten dort schon einige Zeit keine Ausweise mehr beantragt werden. Im Jahresverlauf gab es, auch deshalb, nur noch Besucherzahlen im einstelligen Bereich. Unberührt bleiben dabei die Tätigkeiten in der Ortsvorstehersprechstunde, für die keine offizielle Tätigkeit als Ehrenbeamter auf Zeit notwendig ist.

Gemeindevertretersitzung Künzell. Fotos: Stefan Krug