„Rodenstock hat eine neue Glasberechnung entwickelt, bei der die Gläser mit einer anderen Technologie berechnet werden“, erklärt Augenoptikermeister Christopher Penzel. Mithilfe des sogenannten DNEye-Scanners würden verschiedene biometrische Daten des Auges erfasst und anschließend individuell in die Glasherstellung integriert. Das Ergebnis seien größere Sehbereiche, mehr Kontrast und ein insgesamt schärferes Sehen. Penzel vergleicht den Unterschied mit einem modernen Fernseher: „Ich beschreibe das immer wie HD-Sehen. Das Bild wirkt kontrastreicher, farbenfroher und insgesamt klarer.“
Besonders bemerkbar mache sich die neue Technologie für viele Brillenträger in der Nacht. „Bei 80 bis 90 Prozent der Menschen verbessert sich das Sehen im Dunkeln deutlich“, sagt Penzel. Entgegenkommende Fahrzeugscheinwerfer würden weniger streuen, das Licht erscheine gebündelter und dadurch angenehmer für die Augen. Der Grund dafür liegt in der individuellen Berücksichtigung der Pupillengröße. „Nachts weitet sich die Pupille stärker als tagsüber. Diese unterschiedlichen Pupillengrößen werden bei der Berechnung der Gläser berücksichtigt. Dadurch wird das Sehen bei schlechten Lichtverhältnissen deutlich verbessert.“
Geeignet sei die Technologie grundsätzlich für nahezu alle Brillenträger. „Vor allem ab Mitte oder Ende 20 ist das eine sinnvolle Lösung. Ich verkaufe diese Gläser aber auch an Kunden, die 85 Jahre alt sind“, berichtet der Augenoptikermeister. Auch Sportler können von der neuen Technik profitieren. Die biometrischen Gläser lassen sich ebenso in Sport- und Sonnenbrillen einsetzen. Zwar spiele der Vorteil des besseren Nachtsehens bei Sonnenbrillen keine Rolle, dennoch profitierten die Träger auch dort von den größeren Sehbereichen und der höheren Bildqualität.
Optik Penzel setzt damit auf eine Technologie, die Rodenstock seit einigen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Das Unternehmen aus München gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Brillengläsern und produziert seit 2020 biometrische Brillengläser, bei denen das Auge anhand tausender Messpunkte individuell vermessen wird. Ziel ist es, das Sehen möglichst exakt an die persönlichen anatomischen Voraussetzungen jedes einzelnen Brillenträgers anzupassen.
