Sport 29.01.2026

Fußball-A-Liga – Viele Anwärter: Einer „muss“ in Mammut-Aufstiegsrunde

Osthessen (pf) – Spannend wie nie ist der Aufstiegskampf in der stark besetzten Fußball-A-Liga Ost, mit offensichtlich sechs Teams, die um die vorderen Plätzen ringen. Aber er ist auch kräftezehrend: 34 Spieltage hat alleine die Saison, und für einen kommt dann noch die Aufstiegsrunde hinzu, die zuletzt ausgelost worden ist und für Gesprächsstoff sorgte: Quasi ohne Pause geht es nach dem letzten Spieltag weiter, mit vier Aufstiegsspielen in neun Tagen.

Foto: Justin Klenner

„Mal sehen, wen es erwischt“, sagt Imal Schersadeh, der nicht etwa über einen Abstiegsrelegationsplatz redet, sondern den zweiten Rang in der A-Liga Ost: „Das ist schon eine undankbare Sache. Der Meister wird sich glücklich schätzen können“. Die „brutale“ Aufstiegsrunde wird das Spiele-Konto eines Teams auf 38 hochschrauben, hinzu kommt der enge Zeitplan (wir berichteten). „Ich hoffe, dass man sich in Zukunft nochmal Gedanken macht, ob das Sinn macht“, so der Trainer der SG Dietershausen/Friesenhausen, die auf Platz drei in die Rückrunde startet.

Selbst hatte Schersadeh mit seiner Mannschaft schon im September ein ähnliches Programm, die SGDF absolvierte neun Spiele in gut vier Wochen. „Das hatte ich so auch noch nicht. Wir hatten das Glück, dass wir dabei noch erfolgreich waren. Aber da muss schon alles passen, wir sind alles Amateure, die abends von der Arbeit kommen. Die Jungs sind da am Zahnfleisch gegangen“. Trotz der guten Ausgangslage lässt Schersadeh die Restrunde aber erstmal auf sich zukommen und sagt zur möglichen Aufstiegsrunde: „Für uns war das nie ein Muss. Da gibt es ein, zwei andere Vereine, die sich darum eher Gedanken machen müssen“.

Einen Punkt hinter der SGDF liegt der RSV Margretenhaun: Andreas Büchel als Abteilungsleiter schiebt vorweg: „Die Mannschaft, die in diese Relegation kommt, kann einem ja leidtun“. Jedoch sehe sich auch der RSV nicht als der eine Top-Kandidat: „Der Abstieg war für uns zwar sehr unnötig, aber wir haben es nicht als Muss ausgegeben, wieder aufzusteigen. Andere haben da bestimmt mehr Ambitionen. Mal sehen, wann sich das Feld etwas auseinanderzieht“. Sechs Teams trennen an der Spitze nur neun Punkte, unter ihnen hat der SC Motten auf Rang sechs die meisten Nachholspiele. Ein spannendes Rennen bahnt sich an, in dem sich alle einig sind: „Da muss man viel Glück haben – wie man aus der Pause kommt, wie viele Verletzte man hat. Wir hatten teilweise acht Ausfälle in der Hinrunde und sind trotzdem noch dabei. Das wollen wir so lange wie möglich“. Der RSV hat immerhin schon 19 der 34 regulären Saisonspiele absolvieren können. Dennoch wartet eine harte Restrunde, hinzu kommen die aktuell schwierigen Trainingsmöglichkeiten. „Wer das am Ende packt, hat es auch verdient“, meint Büchel.

Ganz vorne steht die FSV Steinau/Steinhaus, die auf dem Papier die besten Karten hat. In die Mammut-Aufstiegsrunde „müsste“ aktuell der KSV Niesig, der in dieser Saison ebenfalls schon Kritik am Modus geäußert hatte, nachdem er ebenfalls schon etwas überraschend in die Ost-Staffel umgruppiert wurde. Zu den Titel-Anwärtern gehört neben Motten dann auch noch der TSV Poppenhausen, der auch nur drei Punkte hinter Rang zwei liegt. Doch auch hier eine klare Ansicht: „Schön ist das nicht, eher totaler Quatsch“, sagt Trainer James Sauer mit Blick auf die Aufstiegsrunde: „Das hat alles schon Bundesliga- oder Champions League-Charakter“. Auch Sauer erwartet, dass die Teams mit den wenigsten Verletzungssorgen bis zum Ende oben bleiben – und dann auch in der Aufstiegsrunde bestehen können. Doch er bemerkt auch: „Wir sind in der Ost-Staffel am heftigsten betroffen“. In Poppenhausen soll am 1. März übrigens ein direktes Duell steigen: Motten ist zu Gast.

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