Das Interesse war überwältigend: Mehr als 100 Anmeldungen gingen ein. Wer keinen Platz ergattert hat, kann die Tour auch auf eigene Faust erkunden. Los ging es am Veranstaltungstag mit einem Stopp beim Stadtbauern in Fulda-Niederrode. Andrea Helmer führte die Gäste über ihren ökologisch wirtschaftenden Hof, der sich auf die Mutterkuhhaltung, die Erzeugung von Bio-Eiern und die Direktmarktung spezialisiert hat. Als Partnerbetrieb des Projekts „Bauernhof als Klassenzimmer“ engagiert sich der Betrieb auch in der Bildungsarbeit für Schulklassen. Nach einer Verkostung mit hofeigener Rinder-Salami, Eiern und Apfelsaft ging es für die Gruppe über Landstraßen und Radwege nach Rönshausen.
Auf dem Biolandhof der Hofgemeinschaft um Helmut Schönberger ist das Gemecker immer groß: Aus der Milch von Weißen Edelziegen wird in der kleinen Hofkäserei in handwerklicher Tradition köstlicher Ziegenfrisch- und Hartkäse hergestellt. Auch das hochwertige Fleisch der Ziegen wird über den kleinen Hofladen vermarktet. Zudem werden Käseseminare und Erlebnistage angeboten. Dass Ziegenkäse nicht nach Stall schmecken muss, konnten die Radlerinnen und Radler bei einer Verkostung selbst erleben.
Weiter ging es über Lütter und Dietershausen nach Dipperz-Kohlgrund. Auf dem LindenGut bekam die Gruppe eine Führung durch den neuen Selbsterntegarten. Auf dem riesigen Gelände gedeihen saisonale Kräuter und Gemüse, darunter viele Raritäten, in Demeter-Qualität. Angebaut vom Gartenteam des LindenGuts, kann es von jedermann gegen einen monatlichen Beitrag selbst geerntet werden. Als kleine Stärkung für die Radelnden gab es ein Carpaccio von geräucherter Steckrübe aus dem hofeigenen Bio-Gasthaus.
Über Feldwege führte die nächste Etappe nach Dirlos. Der Demeter-Hof Loheland, angebunden an die Rudolf-Steiner-Schule, verbindet Landwirtschaft mit Pädagogik. Kinder und Jugendliche lernen hier durch praktische Arbeit in Tierhaltung, Gärtnerei und Ackerbau wichtige landwirtschaftliche Abläufe kennen und schulisches Wissen praxisnah anzuwenden. Die Hofprodukte werden hauptsächlich in der Schulküche verarbeitet, ein kleiner Teil der Gartenerzeugnisse wird im Hofladen und auf dem Wochenmarkt verkauft. Die Tour führte von Dirlos über Pilgerzell zurück nach Fulda.
Zum Abschluss stand ein Besuch des Antonius-Hofs auf dem Programm. Mehr als 100 Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten hier Hand in Hand an der wertschöpfenden Erzeugung hochwertiger Bio-Lebensmittel wie Schweinefleisch, Milch und Eier. Fuldaweit bekanntestes Produkt ist die Antonius-Kartoffel. Die wird hier nicht nur als Knolle in großen Säcken verkauft, sondern kommt auch als geschältes und vorgegartes Convenience-Produkt aus der angeschlossenen Manufaktur direkt in den Handel oder die Gastronomie. Im Hofcafé konnten sich die Radlerinnen und Radler bei einer Verkostung mit verschiedenen Kuchen zum Abschluss stärken.
„Das große Interesse an der Tour und das positive Feedback der Teilnehmenden zeigt wie hoch das Bedürfnis nach Transparenz und Regionalität ist“, freut sich Organisatorin Janet Emig vom Landkreis Fulda. „Der persönliche Kontakt mit den Erzeugern unserer Lebensmittel und der Blick hinter die Kulissen ist eben doch etwas anderes als der Gang in den Supermarkt.“ Die Veranstaltung wurde vom Land Hessen im Rahmen des Ökoaktionsplans mit Mitteln der Ökomodell-Region Fulda gefördert.
Die Höferadeln-Tour
Die ca. 45 Kilometer lange Fahrradtour ist in „Komoot“ eingestellt. Den Link zur Tour findet man auf www.landkreis-fulda.de/regionale-lebensmittel. Wer regionale Produkte kaufen möchte, sollte sich über die Öffnungszeiten der Hofläden informieren. Die Höfe entlang der Tour sind nur einige von vielen lohnenswerten Adressen im Landkreis Fulda. Zum Beispiel führt die Strecke am Hannheinehof in Niederrode vorbei – direkt entlang der Streuobstwiesen. Weitere Direktvermarkter finden sich in der Einkaufsbroschüre des Landkreises „Regional einkaufen – am liebsten hier!“ – zu finden ebenfalls unter www.landkreis-fulda.de/regionale-lebensmittel.
