Für Rückers lief es zuletzt nicht nach Wunsch. Zwei Punkte aus den letzten vier Spielen, dazu zwei Niederlagen in Folge – die Formkurve zeigt nach unten. Ganz anders die Gäste aus Künzell, die mit einem 4:1-Erfolg gegen den SV Großenlüder im Rücken anreisen. Trotzdem geht Trainer Jochen Maikranz mit Respekt in die Partie: „Das wird mehr denn je eine offene Nummer. Rückers ist keine leichte Aufgabe, in Rückers zu bestehen ist immer schwierig.“ Maikranz sieht den Pokal grundsätzlich als wichtigen Wettbewerb, der Termin komme für seine Mannschaft aber zur Unzeit. „Wir hatten jetzt schon neun Pflichtspiele, die personelle Situation ist schwierig, das macht den Ausgang offen.“ Am Mittwoch wird improvisiert: Spieler mit bislang wenig Einsatzzeit sollen größere Rollen übernehmen. Ob Verstärkung aus der A-Jugend nötig wird, bleibt offen. „Wir müssen erstmal schauen, wie wir überhaupt auflaufen können.“
Nicht weniger angespannt ist die Situation bei der SG Johannesberg – allerdings emotional. Der Verbandsligist musste am Wochenende eine 0:8-Niederlage beim vormaligen Schlusslicht SC Willingen hinnehmen und ist nun selbst Tabellenletzter. Für das Pokalspiel in Mittelkalbach wird Cheftrainer Meik Voll nicht an der Seitenlinie stehen – aus beruflichen Gründen übernimmt Co-Trainer Hugo Lingelbach. Voll fand nach dem Debakel deutliche, aber besonnene Worte: „Das Ergebnis mussten wir erstmal sacken lassen. Jetzt müssen wir uns klar machen, was da passiert ist.“ Um das aufzuarbeiten, hat das Trainerteam für diese Woche einen teaminternen Abend angesetzt – ohne Trainer, nur Spieler. „Die Jungs sollen offen miteinander sprechen. Wenn sie etwas bedrückt, können sie jederzeit zu uns kommen.“ Trotz der sportlichen Krise herrscht beim Verein Geschlossenheit. „Es gibt keinen Bruch – weder zwischen Trainer und Mannschaft noch zwischen Vorstand und Trainer. Das wurde klar kommuniziert“, so Voll. Im Pokal sei das Ziel klar: „Wir wollen unbedingt weiterkommen – auch weil das Finale bei uns zu Hause stattfindet.“ Die Partie gegen Mittelkalbach sei der erste Schritt zurück zur Form, bevor am Wochenende das Duell mit Wolfhagen in der Liga wartet. „Da braucht es einen klaren Kopf und einen guten Tag – aber wir wissen auch, dass solche Spiele wie am Wochenende passieren können. Trostlos, aber nicht unumkehrbar.“
Auch SV-Mittelkalbach-Trainer Marc Friedel blickt mit Respekt auf die Partie, aber nicht ohne Hoffnung: „Wenn man da jetzt drauf schaut, ist das natürlich erstmal eine klare Sache – und Johannesberg ist der Favorit. Aber es ist Pokal, wir spielen zu Hause, und Johannesberg hat aktuell auch noch andere Probleme. Wir werden versuchen, alles auf dem Platz zu lassen und dem Favoriten vielleicht ein Bein zu stellen, um in die nächste Runde zu kommen. Das wäre schon eine Sensation.“ Taktisch bleibt Friedel flexibel: „Klar wollen wir immer den Ball haben, aber wir müssen mal schauen, wie sich das gegen den höher spielenden Gegner entwickelt.“ Das Heimspiel unter Flutlicht sieht er als besonderen Antrieb: „19.30 Uhr, Flutlicht, zu Hause – das sollte für die Jungs Ansporn genug sein.“ Sorgen bereitet ihm allerdings die Personalsituation: „Die ist schwierig, wir haben einige Ausfälle.“ Ein Schmunzeln kann sich Friedel dennoch nicht verkneifen: „Das Spiel ist wie Bayern gegen Wiesbaden – aber hoffentlich dieses Mal mit dem besseren Ausgang für Wiesbaden.“
Kreispokal Fulda – Achtelfinale
Mittwoch
18.15 Uhr
Rückers – Künzell
19.30 Uhr
Mittelkalbach – Johannesberg
