Die Eröffnung übernahm Dag Wehner, Bürgermeister der Stadt Fulda. Zu den Gästen gehörten unter anderem Staatssekretärin Katrin Hechler vom Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, Jürgen Stock, Fachbereichsleiter Arbeit und Soziales beim Landkreis Fulda, sowie zahlreiche Mitwirkende und Besucher. Wehner betonte: „Perspektiven und Angebote für Menschen mit Migrationsgeschichte – ein Thema, das uns in der Stadt sicherlich ganz besonders, aber uns im Landkreis und in der Region insgesamt bewegt und von entscheidender Bedeutung für unsere gemeinsame Zukunft auch sein wird.“ Er ergänzte: „Integration bedeutet, Vielfalt als Stärke bereifen zu können.“ Hechler erklärte: „Wir wollen, dass die Menschen bleiben, weil wir zusammenleben wollen.“ Stock unterstrich: „Arbeiten zu gehen ist ein wichtiger Baustein zur Migration und damit der Schlüssel zu sozialer Teilhabe und Anerkennung.“
Fachkräftemangel, Qualifikation und Integration
Thematisiert wurde vor allem der Fachkräftemangel in Fulda und Umgebung. Die Veranstalter betonten, dass Qualifikation der Schlüssel für erfolgreiche Integration sei. Neben formalen Abschlüssen seien praxisnahe Fähigkeiten und Softskills wie digitale Kompetenzen, Teamfähigkeit und lebenslanges Lernen entscheidend. Integration wurde als Prozess und Chance verstanden, getragen von Respekt, Verständnis und gemeinsamer Begegnung.
Podiumsdiskussion und Infomesse: Integration praxisnah erleben
Das Herzstück des Forums bildete ein Podiumsgespräch, bei dem Teilnehmende aus ganz unterschiedlichen Berufsfeldern über ihre persönlichen Erfahrungen und Perspektiven zum Thema Integration berichteten. Unter der Moderation von Jochen Kohlert kamen Lehrkräfte, Handwerker, Unternehmensvertreter und Auszubildende zu Wort. Sie berichteten von den Herausforderungen, aber auch von den Chancen, die der Arbeitsmarkt für Menschen mit Migrationsgeschichte bietet.
Farzane Yaqin, Lehrerin aus Afghanistan, betonte, wie wichtig es sei, die Sprache zu beherrschen, um beruflich Fuß zu fassen: „Die Hauptsache ist, Deutsch zu lernen.“ Auch Aimall Safi, der nach einer Ausbildung inzwischen als Maurer arbeitet, schilderte seine Erfahrungen mit den bürokratischen Hürden und den Anfangsschwierigkeiten: „Man muss für sein Leben immer kämpfen, damit man sich sein Leben selbst aufbauen kann.“ Alexander Wißler von der Ulrich GmbH räumte ein, dass Integration im Bauhandwerk herausfordernd sei, insbesondere wegen Sprachbarrieren und Vorurteilen: „Der Prozess der Integration bei uns ist schwierig, das muss man ganz ehrlich sagen.“ Paulina Schmitt von der Metzgerei Robert Müller brachte es auf den Punkt: „Essen verbindet sowieso, egal aus welcher Kultur man kommt.“ Fethi Bouhariz, Auszubildender Heilerziehungspfleger antonius, bestätigte mit seiner Sicht viele der Punkte.
Die Diskussion zeigte, wie Unternehmen von Vielfalt profitieren können. Unterschiedliche kulturelle Hintergründe bringen neue Perspektiven in Teams, fördern den Austausch und bereichern die Arbeitskultur. Viele Betriebe setzen gezielt auf Integrationsmaßnahmen wie Onboarding-Prozesse, Buddy-Systeme, Sprachkurse oder Unterstützung bei Alltagsfragen, um neu Zugewanderte willkommen zu heißen und ein Miteinander zu fördern.
Nach der Podiumsdiskussion konnten sich die Besucherinnen und Besucher auf der Infomesse an mehr als 30 Ständen über die vielfältigen regionalen Angebote zur Integration informieren. Vereine, Initiativen und kommunale Einrichtungen präsentierten Beratungs- und Unterstützungsangebote, gaben praktische Tipps für den Einstieg in Arbeit und Alltag und halfen beim Knüpfen von Kontakten. Die Veranstaltung machte deutlich, dass erfolgreiche Integration auf klaren Strukturen, einer offenen Willkommenskultur und einem aktiven Austausch zwischen allen Beteiligten beruht. Netzwerke spielen dabei eine zentrale Rolle, um Zugewanderten den Einstieg zu erleichtern und langfristige Perspektiven zu schaffen. Besonderer Dank ging an das Integrationsbüro des Landkreises Fulda, die Fachstelle Vielfalt und Teilhabe der Stadt Fulda sowie die Organisatorinnen. Auch Initiativen, Vereine und Verbände wurden für ihre Mitarbeit gelobt.
