Für die meisten Fußballvereine des Kreises waren die Hallenkreismeisterschaften der Männer jahrzehntelang mehr als ein Pflichttermin. Sowohl der Anreiz als auch die besondere Atmosphäre der Halle und der sportliche Überraschungseffekt spielten eine wichtige Rolle. Hunderte von Fußballfans strömten bei oft winterlichen Verhältnissen in angenehm temperierte Hallen und feierten miteinander. „Wir erinnern uns, dass sogar Vorrunden dezentral in Hofbieber und Großenlüder ausgetragen wurden. Das alles scheint jetzt vorbei zu sein“, muss der Fuldaer Kreisfußballausschuss feststellen.
Dass sich der Trend in den vergangenen Jahren stetig nach unten bewegte, sei keinem verborgen geblieben. „Schon im vergangenen Jahr war mit acht teilnehmenden Mannschaften die Schmerzgrenze einer attraktiven Veranstaltung spürbar unterschritten, so dass allein das Bemühen von Kreisfußballwart Beck und die Bereitschaft der wenigen Teilnehmer Ursache dafür war, dass das Turnier überhaupt stattgefunden hat“, heißt es in einer entsprechenden Mitteilung des Ausschusses. Erneut stand der Kreisfußballausschuss nun vor der gleichen Situation für die bevorstehende Hallenrunde 25/26.
Mit den Vereinen Germania Fulda (I und II), TSV Dalherda, TSV Neuenberg (I und II), SV Hofbieber, SG Sickels, FV Horas, FT Fulda und SG Barockstadt-U23 haben aktuell acht Vereine mit insgesamt zehn teilnehmenden Mannschaften für die Hallenkreismeisterschaft 25/26 gemeldet. „Es ist müßig, über die Gründe, warum die Vereine kein Teilnahmeinteresse mehr zeigen, überhaupt nachzudenken“, so Beck: „Wir im Kreisfußballausschuss bedauern das sehr. Doch fehlt uns allen allein die Motivation, hier noch etwas schönzureden. In der bevorstehenden Hallensaison wird es im Kreis Fulda keine Hallenkreismeisterschaften geben. Vorgesehen war das Wochenende 24./25. Januar 2026. Die Kreissporthalle in Künzell war für uns bereits reserviert“. Mit Blick auf die Zukunft brauche es „Esprit der Vereine, damit wir die Halle wieder aufleben lassen können.“
Nicht verschweigen wollen die Verantwortlichen dabei, „dass auf uns für die Durchführung der Hallenkreismeisterschaften über zwei Tage etwa 700 Euro Kosten zukommen“: Dabei sind allein für die Hallenmiete an den Landkreis und die Schankerlaubnis für die Ausgabe von Speisen und Getränken an die jeweilige Gemeinde 400 Euro fällig. „Da geht das Konzept einer Kostendeckung gar nicht mehr auf, zumal bei acht oder zehn Mannschaften auch entsprechend weniger Zuschauer kommen“, sagt Beck.
Dennoch, so war sich der Kreisfußballausschuss am Ende der Sitzung einig, soll im nächsten Jahr ein neuer Anlauf genommen und die Situation neu bewertet werden. Es brauche einen Appell an die Vereinsverantwortlichen und Trainer bereits bei der Mannschaftsmeldung am Beginn der Saison, auch der Hallenkreismeisterschaft im Winter einen Stellenwert einzuräumen.
