Begleitend zur Sonderausstellung „Klein. Intim. Kostbar. – Porträtminiaturen europäischer Herrscherfamilien" im Badehaus von Schloss Fasanerie zeigen 13 junge Künstler/-innen der Hochschule für Gestaltung Offenbach zeitgenössische Kunst in den Räumen von Hessens schönstem Barockschloss. Noch bis zum 5. September sind die dreizehn künstlerischen Arbeiten in den Schlossräumen zu entdecken und zu betrachten. Unter dem Titel „Miniaturen“ findet die Ausstellung in Kooperation mit der Hochschule für Gestaltung Offenbach in den Räumen von Schloss Fasanerie statt. Drei Semester lang haben sich Studierende im Lehrgebiet Experimentelle Raumkonzepte unter der Leitung von Prof. Heiner Blum mit dem Thema Miniaturen auseinandergesetzt.
Entstanden sind miniaturhafte Eingriffe, die sich mit großem Feingefühl und fast natürlicher Selbstverständlichkeit in das historische Interieur des Barockschlosses einbetten und mit einem Blick aus dem „Hier und Jetzt“ die Frage nach dem Leben im Schloss zu stellen scheinen. „Ich freue mich sehr, dass wir unsere Arbeiten in den prachtvollen Räumen von Schloss Fasanerie ausstellen können und so der Öffentlichkeit zugänglich machen. Die künstlerischen Arbeiten nähern sich auf sehr unterschiedliche Weise dem Thema Miniaturen, so dass es eine sehr abwechslungsreiche Ausstellung für den Besucher ist.“, freut sich Blum. Auch die Studierenden hätten sich sehr gefreut, in dem Museum ausstellen zu dürfen. Durch die Größe der Exponate und die Verteilung in unterschiedlichen Räumen, sei es fast wie eine Schnitzeljagd, alle zu finden. Auch Dr. Markus Miller, Direktor von Schloss Fasanerie, freute sich, dass die wegen Corona verschobene Ausstellung nun endlich stattfinden kann. „Was ich ganz toll finde ist, dass ein enger Bezug zwischen der modernen zeitgenössischen Kunst und der historischen Kunst hier stattfindet“, sagte Miller bei einem Rundgang.
Fragmente (m)einer Kindheit
In großen Gebäuden verschieben sich häufig die Dimensionen – Decken werden höher, Flure länger und vielleicht ändert sich auch das Zeitempfinden. So verwundert es nicht, dass auch Tische wachsen können, wie in Viviane Nieblings Arbeit „Fragmente (m)einer Kindheit“ in der Eingangshalle des Schlosses. Aus der Erinnerung kennen viele sicherlich das Bild, im Kindesalter vieles nur von unten betrachten zu können. Dieser durch das Alter verlorengegangene, Blick empfängt die Besucher an einem überdimensionalen, gedeckten Tisch im Eingangsbereich.
Tafelgold
Auch in den Ausstellungsräumen der umfangreichen Porzellansammlung von Schloss Fasanerie begegnet dem Besucher eine spannende Kunstinstallation. Die Künstlerin Verdiana Albano hat Honig in Form gegossen und so Skulpturen aus Honig und Blumen geschaffen. Konserviert wurden unter anderem Glockenblumen, Thymian und Margeriten, die relevante, natürliche Nektarquellen der Bienen sind. Die Pflanzen wurden während des Gusses in Szene gesetzt und lehnen sich so an eine endlose Fülle bedeutsamer und beliebter europäischer Tafelservices der vergangenen Jahrhunderte an.
Serpentarium
Im Dänischen Schlafzimmer überraschen den Schlossbesucher dreizehn Keramikskulpturen in Form von Schlangen, die in das prunkvolle Interieur eindringen. Ihre Anwesenheit widerspricht der Stabilität und der Beständigkeit, die innerhalb der Schlossmauern herrschen. Die Skulpturen interagieren mit dem Inneren des Schlosses, aber Vorsicht ist geboten, denn sie lauern überall – unter Sesseln, hinter einem Vorhang oder auf einem Tisch zwischen anderen dekorativen Objekten.
Neben diesen drei künstlerischen Arbeiten lassen sich weitere zehn Installationen in den Gängen, Räumen und Sälen von Schloss Fasanerie entdecken. Zu sehen sind die zeitgenössischen Werke im Rahmen einer klassischen Schlossführung, die Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen stündlich von 10 bis 17 Uhr stattfinden. Die Besichtigung der künstlerischen Arbeiten ist im Preis für die Schlossführung inbegriffen. Tickets können im Online-Shop unter www.schloss-fasanerie.de gebucht werden.
Arbeiten von den folgenden Künstlern sind zu sehen:
Verdiana Albano: Tafelgold
Lena Bils: Mikroportraits
Anne Klausmann: Labyrinthe
Oleg Komarov : Serpentarium
Un-Zu Ha-Nul Lee: Telescoping
Leah Neumann: In der Schwebe
Viviane Niebling: Fragmente (m)einer Kindheit
Sonja Prochorow: Lanyards
Isabell Ratzinger: Briefmarken
Patricia Schellenberger: Relative (Groß-)Formate
Ron Wohler: Du dummes Mondgesicht!
Celia Zehetgruber: Zweiheit
Hannah von Eiff: Etwas, das die Leere füllt
