Bildung 05.07.2016

„We are the world“ – Knapp 1000 Schüler musizieren auf dem Domplatz

Fulda – Von Svenja Müller – Bunte Tücher wedeln in der Luft, Kinder singen voller Enthusiasmus und klatschen dazu im Takt – knapp 1000 Schüler aus sechs Grundschulen kamen zum Fest der Musikalischen Grundschulen auf dem Domplatz in Fulda zusammen. Die Kids strahlten mit der Sonne um die Wette und hatten viel Freude, ihre Beiträge zum Motto „We are the world“ zu präsentieren. Mit dabei war auch die Florenbergschule Pilgerzell.

Foto: Falk Plappert

Foto: Svenja Müller

Der Domplatz in Fulda war am Dienstagvormittag kaum wiederzuerkennen. Innerhalb von wenigen Minuten entstand ein Meer aus bunten Farben. Die Moderatorin Juliane Niebling rief jede Schule mit ihrem Musikkoordinator nacheinander auf und schon konnte es losgehen. Die Schüler in ihren bunten T-Shirts bildeten mehrere Kreise um die kleine Bühne in der Mitte. „Es sind alles Mitmachaktionen“, erzählte Elisabeth Bieling, Musikkoordinatorin von der Grundschule Großenlüder. Seit Wochen haben die Schüler mit ihren Lehrern ein Programm einstudiert, das dann gemeinsam mit den anderen vorgeführt wurde. „Der Sinn ist das gemeinsame Musizieren“, erklärte Bieling und fügte an: „Wir machen mehr Musik in mehr Fächern mit mehr Lehrern zu mehr Gelegenheiten.“ Für die Schüler sei die Aufführung auf dem Domplatz immer ein absoluter Höhepunkt. Und das merkten die Zuschauer auch sofort.

Nacheinander traten jeweils einige Kinder aus einer Schule auf die Bühne und animierten die anderen Kids drum herum mitzumachen. Ob Bewegungen zum Tanz „Pata Pata“ aus Südafrika, Samba-Rhythmus bei Sambalélé oder ein Tücher-Tanz – auf dem Domplatz ging es bunt, fröhlich und vor allem friedlich zu. Gänsehaut-Stimmung kam schließlich beim Abschlusslied „We are the world“, bei dem ein paar Schülerinnen auch eine kleine Rap-Einlage zum Besten gaben, auf. Schließlich hatten die Organisatoren das Motto ausgewählt, um deutlich zu machen, dass in den Schulen viele Kinder aus unterschiedlichen Ländern vereint sind. Allein an der Cuno-Raabe-Schule Fulda lernen Kids aus 20 Ländern. Einige von ihnen ließen es sich daher auch nicht nehmen sich in ihrer Landessprache auf deutsch, italienisch oder mazedonisch vorzustellen.

Mit dabei waren die Astrid-Lindgren-Schule-Hettenhausen, die Grundschule Eiterfeld, die Grundschule Haimbach, die Cuno-Raabe-Schule Fulda, die Florenbergschule Pilgerzell und die Grundschule St. Georg Großenlüder. Alle sechs Schulen wurden für das Programm zertifiziert und zeichnen sich als Schulen mit besonderem musikalischem Engagement aus. Sichtlich stolz auf die Kinder zeigte sich auch Christoph Gotthardt, Landeskoordinator der Musikalischen Grundschulen. „Der musikalische Mittelpunkt ist heute in Fulda“, sagte Gotthardt und fügte an: „Von euch geht eine Energie aus, die in die Stadt rein geht.“ Musik gehöre einfach in die Gesellschaft. „Ein Musiker spielt in der Regel nicht für sich selbst“, so Gotthardt. Gerade deshalb sollte mit der Aktion ein Impuls gesetzt werden, der die Musik über die Schulen nach außen trägt. „Bildung muss mit Leben zu tun haben und das ist auch Bildung, was wir hier heute sehen“, sagte Gotthardt. Schule bestehe eben nicht nur daraus etwas aus Büchern zu lernen. Außerdem würden die Kinder beim Musizieren auch in den Kontakt mit anderen treten. „Das hat sich schon super etabliert. Die Aktion ist wirklich hervorragend“, meinte der Landeskoordinator. Auch der Domplatz sei bestens geeignet für eine solche Aktion. Dort hatten die Kids ausreichend Platz zum Musik machen, aber auch die vielen Eltern und Bekannten konnten von außen gut zuschauen. Zudem habe die Aktion so auch noch einen Effekt auf die vielen Passanten, die am Vormittag am Platz vorbei kamen.